Bondage ist eine der zentralen Spielarten im BDSM. Für dich als fortgeschrittener Spieler eröffnet sie vielfältige Möglichkeiten, körperliche Kontrolle, psychologische Intensität und ästhetische Kompositionen zu kombinieren. In diesem Artikel zeige ich dir, wie du Bondage sicher, präzise und kreativ einsetzt – von grundlegenden Techniken bis zu komplexen Fesselungen.
1. Was ist Bondage?
Bondage bezeichnet das gezielte Fesseln oder Fixieren einer Person, meist der submissiven Rolle. Es geht dabei nicht nur um Immobilität, sondern um psychologische und emotionale Effekte:
Loslassen: Der Sub kann sich fallen lassen, weil Kontrolle abgegeben wird
Fokus: Körperliche Restriktion lenkt Aufmerksamkeit auf die Sinneswahrnehmung
Vertrauen: Fesseln erfordert gegenseitige Achtsamkeit und klare Kommunikation
Bondage kann körperlich, psychologisch oder ästhetisch wirken. Fortgeschrittene Spieler verbinden diese Dimensionen bewusst, um Szenen intensiver zu gestalten.
2. Die verschiedenen Bondage-Arten
A. Seilbondage (Shibari / Kinbaku)
Shibari ist die japanische Kunst des Seilbondage, die Ästhetik, Spannung und Sicherheit vereint.
Merkmale
Komplexe Muster, die den Körper ästhetisch betonen
Kombination aus Fixierung und Muskelspannung
Einsatz von Knoten, die sowohl haltend als auch lösbar sind
Vorteile
Fördert Subspace durch rhythmische, gleichmäßige Spannung
Ästhetisch ansprechend, oft Teil von Fotoszenen oder Performance
Vielseitig kombinierbar mit Impact Play, Sensory Play oder Rollenspielen
Sicherheitsaspekte
Knoten immer lösbar halten, Schere griffbereit
Nervenverläufe beachten, besonders Handgelenke, Ellbogen, Knie
Keine extremen Positionen ohne Erfahrung und Absprache
B. Fesseln mit Handschellen, Gurten oder Klettbändern
Für viele Einsteiger und auch Fortgeschrittene sind Fesseln aus Leder, Metall oder Textil ein flexibles Werkzeug.
Einsatzmöglichkeiten
Hand- oder Fußfesselungen
Verbindung von Händen und Füßen (Hogtie, Frogtie)
Fixierung an Bett, Stuhl oder speziellen Bondage-Rahmen
Vorteile
Schneller Einsatz, variabel und unkompliziert
Gute Alternative, wenn Seilkunst zu komplex ist oder nicht zur Szene passt
Sicherheitsaspekte
Kontrolle der Durchblutung (Finger und Zehen regelmäßig prüfen)
Kein zu starkes Anziehen der Fesseln
Nonverbale Safewords vereinbaren, falls Hände gefesselt sind
C. Fixierungen für spezielle Positionen
Fortgeschrittene Szenen nutzen Bondage oft, um bestimmte Körperhaltungen zu erzwingen oder zu stabilisieren:
Bodenfixierungen: Hände und Füße fixieren, Sub am Boden positionieren
Suspension Bondage: Teil- oder Vollaufhängung des Körpers, besonders intensiv
Rollen- oder Positionsszenen: Knie aufgestellt, Arme seitlich fixiert, Rücken gestreckt
Sicherheitsaspekte
Suspension erfordert sehr genaue Kenntnis der Anatomie und Belastbarkeit
Regelmäßige Kontrolle der Kreislaufsituation
Bei Vollaufhängung immer Spotter oder zweite Person dabei
3. Sicherheit bei Bondage
Bondage kann sehr intensiv wirken, birgt aber auch Risiken. Fortgeschrittene Spieler sollten immer auf folgende Punkte achten:
Durchblutung und Nerven schützen
Prüfe regelmäßig Hände, Füße und andere Extremitäten
Loslassen bei Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen
Notfallplan haben
Sicherheits- oder Bondageschere jederzeit griffbereit
Klar definierte Safewords und nonverbale Signale
Kommunikation vor, während und nach der Szene
Vorab Erwartungen und Grenzen besprechen
Während der Szene Feedback einholen
Aftercare: physische Pflege, emotionale Stabilisierung, Reflexion
Langsam steigern
Komplexe Muster oder neue Positionen nie sofort in voller Intensität
Zuerst einfache Knoten und Positionen üben
4. Psychologische Wirkung von Bondage
Bondage ist nicht nur körperlich, sondern stark psychologisch wirksam:
Subspace: Rhythmische Fixierung, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und Kontrolle durch den Dominanten erzeugen tiefe mentale Entspannung
Vertrauen und Hingabe: Fesseln erzeugt ein intensives Vertrauensgefühl
Fokus auf Körper und Sinneswahrnehmung: Restriktion lenkt Aufmerksamkeit auf Berührung, Klang, Temperatur, Druck
Fortgeschrittene Spieler nutzen diese Effekte gezielt, um emotionale, mentale und körperliche Ebenen miteinander zu verbinden.
5. Kombination mit anderen Spielarten
Bondage lässt sich hervorragend mit anderen BDSM-Praktiken kombinieren:
Impact Play: Fixierte Körper können präzise getroffen werden
Sensory Play: Blindfolds, Temperature Play oder taktile Reize verstärken das Erlebnis
Rollen- und Machtspiele: Fixierung intensiviert die Dynamik zwischen Dom und Sub
6. Fazit
Bondage ist viel mehr als Fesseln: Es ist eine Kunstform, ein psychologisches Spiel und eine Möglichkeit, Vertrauen und Hingabe zu erleben. Als Fortgeschrittener solltest du:
Sicherheit, Anatomie und Technik beherrschen
Kommunikation, Safewords und Aftercare konsequent einplanen
Kreativ und bewusst kombinieren: Seile, Gurte, Positionen, Sinnesreize
Wenn du diese Prinzipien befolgst, kannst du intensive, ästhetische und bereichernde Szenen gestalten – körperlich und emotional gleichermaßen.
